Copyright © by IGZD. Alle Rechte vorbehalten. Weiterveröffentlichung, auch auszugsweise, nur mit schriftlicher Genehmigung.
Hal-Am / “Org” im Sommer 1990 - Entg von ... durch che T der N Im 2. Weltkrieg ließ das Deutsche Reich an verschiedenen Standorten chemische Kampfstoffen produzieren, abfüllen und lagern. Im Gegensatz zum 1. Weltkrieg kamen diese Waffen jedoch nicht zum Einsatz. Kriegsende 1945 wurden Teile der Betriebe unbrauchbar gemacht, Pläne mit Details der Anlagen vernichtet oder sie wurden von Truppen der Roten Armee oder der amerikanischen Streitkräfte beschlagnahmt und außer Landes verbracht. Tausende Tonnen chemischer Kampfstoffe wurden nach dem Krieg vernichtet/ verbrannt bzw. schon mit chemischen Kampfstoffen befüllte Granaten wurden in Nord- und Ostsee versenkt. Dies stellt aktuell eine ökologisch zunehmende Gefahr dar, da durch das Durchrosten der Granaten erhebliche Mengen dieser Kampfstoffe austreten und eine Kontamination des Wassers, der Meereslebewesen und Strände stattfindet bzw. stattfinden wird. Einer dieser Produktionsstandorte für chemische Kampfstoffe lag in Hal-Amm In den Jahren Der Befund über die Zisterneninhalte zeigt, da ß die in den fünfzige r Jahren vorgenommene S anierung aufgrund der minderwärtigen Qualität des zur Verfügung stehenden Chlorkalks ( damals Produkte mit nicht mehr als 30 • • • 32·% Aktiych lor ) nicht ausr e ic hend wax und einer s pä ter en Kontrolle bedurft hätte. Prinzipiell kann fe stge ste llt werden, daß sich bei Öffnung in keiner der Zisternen kon zentr ierter Kampfstof f befunden hat. Laut Wikipedia legten spielende Kinder 1990 auf dem Gelände der ehemaligen Kampfstofffabrik “etwas” frei. Ob dies wie in Wikipedia geschriben korrekt ist und was die kinder freilegten, entzieht sich meiner Kenntnis. Jedenfalls besann man sich wieder auf die ehemalige Funktion der Liegenschaft und den noch vorhandenen Lagerbunker mit seinen x Zisternen. Die nun hinzugezogegenen Spezialisten der NVA....Löbau? Name? öffneten die Zisternen und nahmen Proben der gefundenen Flüssigkeiten. Das Ergebnis: S-Lost. Dieser war zwar nach dem Krieg schon einmal abgepumpt und entsorgt wurden. Jedoch sind die Zisternen mit ihren 20m Länge, x m breite.... und x gewaltig groß und an den Kacheln könnte später langsam noch vorhandenes Lost auf den Zisternenboden gelaufen sein- oder es wurde nicht vollständig angepumpt? Wie dem auch sei, die Zisternen x, x, x, waren mit Lost bzw. Lostzersetzungsprodukten in Bodenhöhe gefüllt. Auf Grund dessen zog man Soldaten des Bataillon chemische Abwehr 3 in Bad Düben hinzu um die Zisternen zu entgiften/ dekontaminieren. Dies geschah im Zeitraum vom.... Personal..... 10? 12? 14? Fahrzeuge.... 1 DA-11M, 1 Laborwagen? Bezeichnung) x - ARS-14, 2 Zelte ...... Verbrauchsmaterial ..... umkleiden... 100 ARS-14 Füllungen (10%-ige Calciumhypochloridlösung/ Entgiftungsemulsion) wurden in die Zisternen x, xx ,xx ,xx eingeleitet. Insgesamt 6,3 t Calciumhypochlorid wurden hierbei verbraucht. Im Vergleich zum damligen E-Kfz der Bundeswehr, bei welchem der Trockenzumischer neben dem Fahrzeug in Körperhöhe stehen kann, mussten hier sämtliche 50 kg Fässer auf die Fahrzeuge gehoben werden. Bei sommerlich heißen Temperaturen, dem schlammigen Umfeld welches man mit den fast profillosen Sohlen des Schutzanzuges mit manchmal aufgesetzter Schutzmaske durchquerte, war das schon schön. Es war wirklich schön, endlich mal etwas richtiges tun. Der Sozialismus ging gerade den Bach runter, bzw.- so richtig da war er ja nie und wenn er mal da war, dann haben Ihn Fuktionäre der SED, der Staatssicherheit und informelle Mitarbeiter demoliert. In unserer Kaserne waren im Sommer 90 die meisten Wehrpflichtigen in die Wirtschaft entlassen, Unteroffiziere schälten in der Küche Kartoffeln oder standen gemeinsam mit Offizieren bis Dienstgrad Unterleutnant/ Leutnant auf Postentürmen Wache- wobei sie Kaffe tranken und Radio hörten- einige. Ja, auch das ging, denn die Postentürme hatten Strom zur ehemaligen Beleuchtung des Doppelzaunes. Da wurde nun einfach eine Steckdoese angeklemmt. Interessant in der Nacht vom 31. Juni zum 1. Juli standen 100-te Bürger an der Tankstelle in auf der Brücke zwischen Halle und Halle-Neustadt um das letzte Benzin zu ergattern- das letzte Benzin, welches man noch für DDR- Mark kaufen konnte. Am nächsten Morgen war dann die D-Mark da. Nach Abschluss der Aktion wurde kurzzeitig überlegt, den ganzen Müll in die offene Zisterne zu schieben oder vor Ort in einer der Senken vor den Zysternen mit Erde... Typisch damlige Zeit. Letztendlich siegte doch das neue? Umweltbewusstsein und es wurde auf einer Deponie entsorgt. Die Fahrzeuge mussten nach Entgiftungsaktionen ja auch wieder zuück. Dazu wurden die Scheiben mit schwacher Salzsäure abgewaschen, die Emulsion saß überall, die Fahrzeuge selbst zu reinigen war unmöglich und auch nicht sinnvoll. Die noch vorhandene Volkspolizei fuhr dann durch Halle vorweg, beim Anblick der Fahrzeuge machte aber jeder freiwilig Platz- es sah eindrucksvoll schlimm/ erschreckend aus was da anrollte.
Interessengemeinschaft Zeitgeschichte Deutschland 1998 - 2026
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Hal-Am / “Org” im Sommer 1990 - Entg von ... durch che T der N Im 2. Weltkrieg ließ das Deutsche Reich an verschiedenen Standorten chemische Kampfstoffen produzieren, abfüllen und lagern. Im Gegensatz zum 1. Weltkrieg kamen diese Waffen jedoch nicht zum Einsatz. Kriegsende 1945 wurden Teile der Betriebe unbrauchbar gemacht, Pläne mit Details der Anlagen vernichtet oder sie wurden von Truppen der Roten Armee oder der amerikanischen Streitkräfte beschlagnahmt und außer Landes verbracht. Tausende Tonnen chemischer Kampfstoffe wurden nach dem Krieg vernichtet/ verbrannt bzw. schon mit chemischen Kampfstoffen befüllte Granaten wurden in Nord- und Ostsee versenkt. Dies stellt aktuell eine ökologisch zunehmende Gefahr dar, da durch das Durchrosten der Granaten erhebliche Mengen dieser Kampfstoffe austreten und eine Kontamination des Wassers, der Meereslebewesen und Strände stattfindet bzw. stattfinden wird. Einer dieser Produktionsstandorte für chemische Kampfstoffe lag in Hal-Amm In den Jahren Der Befund über die Zisterneninhalte zeigt, da ß die in den fünfzige r Jahren vorgenommene S anierung aufgrund der minderwärtigen Qualität des zur Verfügung stehenden Chlorkalks ( damals Produkte mit nicht mehr als 30 • • • 32·% Aktiych lor ) nicht ausr e ic hend wax und einer s pä ter en Kontrolle bedurft hätte. Prinzipiell kann fe stge ste llt werden, daß sich bei Öffnung in keiner der Zisternen kon zentr ierter Kampfstof f befunden hat. Laut Wikipedia legten spielende Kinder 1990 auf dem Gelände der ehemaligen Kampfstofffabrik “etwas” frei. Ob dies wie in Wikipedia geschriben korrekt ist und was die kinder freilegten, entzieht sich meiner Kenntnis. Jedenfalls besann man sich wieder auf die ehemalige Funktion der Liegenschaft und den noch vorhandenen Lagerbunker mit seinen x Zisternen. Die nun hinzugezogegenen Spezialisten der NVA....Löbau? Name? öffneten die Zisternen und nahmen Proben der gefundenen Flüssigkeiten. Das Ergebnis: S-Lost. Dieser war zwar nach dem Krieg schon einmal abgepumpt und entsorgt wurden. Jedoch sind die Zisternen mit ihren 20m Länge, x m breite.... und x gewaltig groß und an den Kacheln könnte später langsam noch vorhandenes Lost auf den Zisternenboden gelaufen sein- oder es wurde nicht vollständig angepumpt? Wie dem auch sei, die Zisternen x, x, x, waren mit Lost bzw. Lostzersetzungsprodukten in Bodenhöhe gefüllt. Auf Grund dessen zog man Soldaten des Bataillon chemische Abwehr 3 in Bad Düben hinzu um die Zisternen zu entgiften/ dekontaminieren. Dies geschah im Zeitraum vom.... Personal..... 10? 12? 14? Fahrzeuge.... 1 DA-11M, 1 Laborwagen? Bezeichnung) x - ARS-14, 2 Zelte ...... Verbrauchsmaterial ..... umkleiden... 100 ARS-14 Füllungen (10%-ige Calciumhypochloridlösung/ Entgiftungsemulsion) wurden in die Zisternen x, xx ,xx ,xx eingeleitet. Insgesamt 6,3 t Calciumhypochlorid wurden hierbei verbraucht. Im Vergleich zum damligen E-Kfz der Bundeswehr, bei welchem der Trockenzumischer neben dem Fahrzeug in Körperhöhe stehen kann, mussten hier sämtliche 50 kg Fässer auf die Fahrzeuge gehoben werden. Bei sommerlich heißen Temperaturen, dem schlammigen Umfeld welches man mit den fast profillosen Sohlen des Schutzanzuges mit manchmal aufgesetzter Schutzmaske durchquerte, war das schon schön. Es war wirklich schön, endlich mal etwas richtiges tun. Der Sozialismus ging gerade den Bach runter, bzw.- so richtig da war er ja nie und wenn er mal da war, dann haben Ihn Fuktionäre der SED, der Staatssicherheit und informelle Mitarbeiter demoliert. In unserer Kaserne waren im Sommer 90 die meisten Wehrpflichtigen in die Wirtschaft entlassen, Unteroffiziere schälten in der Küche Kartoffeln oder standen gemeinsam mit Offizieren bis Dienstgrad Unterleutnant/ Leutnant auf Postentürmen Wache- wobei sie Kaffe tranken und Radio hörten- einige. Ja, auch das ging, denn die Postentürme hatten Strom zur ehemaligen Beleuchtung des Doppelzaunes. Da wurde nun einfach eine Steckdoese angeklemmt. Interessant in der Nacht vom 31. Juni zum 1. Juli standen 100-te Bürger an der Tankstelle in auf der Brücke zwischen Halle und Halle-Neustadt um das letzte Benzin zu ergattern- das letzte Benzin, welches man noch für DDR- Mark kaufen konnte. Am nächsten Morgen war dann die D-Mark da. Nach Abschluss der Aktion wurde kurzzeitig überlegt, den ganzen Müll in die offene Zisterne zu schieben oder vor Ort in einer der Senken vor den Zysternen mit Erde... Typisch damlige Zeit. Letztendlich siegte doch das neue? Umweltbewusstsein und es wurde auf einer Deponie entsorgt. Die Fahrzeuge mussten nach Entgiftungsaktionen ja auch wieder zuück. Dazu wurden die Scheiben mit schwacher Salzsäure abgewaschen, die Emulsion saß überall, die Fahrzeuge selbst zu reinigen war unmöglich und auch nicht sinnvoll. Die noch vorhandene Volkspolizei fuhr dann durch Halle vorweg, beim Anblick der Fahrzeuge machte aber jeder freiwilig Platz- es sah eindrucksvoll schlimm/ erschreckend aus was da anrollte.
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Hal-Am / “Org” im Sommer 1990 - Entg von ... durch che T der N Im 2. Weltkrieg ließ das Deutsche Reich an verschiedenen Standorten chemische Kampfstoffen produzieren, abfüllen und lagern. Im Gegensatz zum 1. Weltkrieg kamen diese Waffen jedoch nicht zum Einsatz. Kriegsende 1945 wurden Teile der Betriebe unbrauchbar gemacht, Pläne mit Details der Anlagen vernichtet oder sie wurden von Truppen der Roten Armee oder der amerikanischen Streitkräfte beschlagnahmt und außer Landes verbracht. Tausende Tonnen chemischer Kampfstoffe wurden nach dem Krieg vernichtet/ verbrannt bzw. schon mit chemischen Kampfstoffen befüllte Granaten wurden in Nord- und Ostsee versenkt. Dies stellt aktuell eine ökologisch zunehmende Gefahr dar, da durch das Durchrosten der Granaten erhebliche Mengen dieser Kampfstoffe austreten und eine Kontamination des Wassers, der Meereslebewesen und Strände stattfindet bzw. stattfinden wird. Einer dieser Produktionsstandorte für chemische Kampfstoffe lag in Hal-Amm In den Jahren Der Befund über die Zisterneninhalte zeigt, da ß die in den fünfzige r Jahren vorgenommene S anierung aufgrund der minderwärtigen Qualität des zur Verfügung stehenden Chlorkalks ( damals Produkte mit nicht mehr als 30 • • • 32·% Aktiych lor ) nicht ausr e ic hend wax und einer s pä ter en Kontrolle bedurft hätte. Prinzipiell kann fe stge ste llt werden, daß sich bei Öffnung in keiner der Zisternen kon zentr ierter Kampfstof f befunden hat. Laut Wikipedia legten spielende Kinder 1990 auf dem Gelände der ehemaligen Kampfstofffabrik “etwas” frei. Ob dies wie in Wikipedia geschriben korrekt ist und was die kinder freilegten, entzieht sich meiner Kenntnis. Jedenfalls besann man sich wieder auf die ehemalige Funktion der Liegenschaft und den noch vorhandenen Lagerbunker mit seinen x Zisternen. Die nun hinzugezogegenen Spezialisten der NVA....Löbau? Name? öffneten die Zisternen und nahmen Proben der gefundenen Flüssigkeiten. Das Ergebnis: S-Lost. Dieser war zwar nach dem Krieg schon einmal abgepumpt und entsorgt wurden. Jedoch sind die Zisternen mit ihren 20m Länge, x m breite.... und x gewaltig groß und an den Kacheln könnte später langsam noch vorhandenes Lost auf den Zisternenboden gelaufen sein- oder es wurde nicht vollständig angepumpt? Wie dem auch sei, die Zisternen x, x, x, waren mit Lost bzw. Lostzersetzungsprodukten in Bodenhöhe gefüllt. Auf Grund dessen zog man Soldaten des Bataillon chemische Abwehr 3 in Bad Düben hinzu um die Zisternen zu entgiften/ dekontaminieren. Dies geschah im Zeitraum vom.... Personal..... 10? 12? 14? Fahrzeuge.... 1 DA-11M, 1 Laborwagen? Bezeichnung) x - ARS-14, 2 Zelte ...... Verbrauchsmaterial ..... umkleiden... 100 ARS-14 Füllungen (10%-ige Calciumhypochloridlösung/ Entgiftungsemulsion) wurden in die Zisternen x, xx ,xx ,xx eingeleitet. Insgesamt 6,3 t Calciumhypochlorid wurden hierbei verbraucht. Im Vergleich zum damligen E-Kfz der Bundeswehr, bei welchem der Trockenzumischer neben dem Fahrzeug in Körperhöhe stehen kann, mussten hier sämtliche 50 kg Fässer auf die Fahrzeuge gehoben werden. Bei sommerlich heißen Temperaturen, dem schlammigen Umfeld welches man mit den fast profillosen Sohlen des Schutzanzuges mit manchmal aufgesetzter Schutzmaske durchquerte, war das schon schön. Es war wirklich schön, endlich mal etwas richtiges tun. Der Sozialismus ging gerade den Bach runter, bzw.- so richtig da war er ja nie und wenn er mal da war, dann haben Ihn Fuktionäre der SED, der Staatssicherheit und informelle Mitarbeiter demoliert. In unserer Kaserne waren im Sommer 90 die meisten Wehrpflichtigen in die Wirtschaft entlassen, Unteroffiziere schälten in der Küche Kartoffeln oder standen gemeinsam mit Offizieren bis Dienstgrad Unterleutnant/ Leutnant auf Postentürmen Wache- wobei sie Kaffe tranken und Radio hörten- einige. Ja, auch das ging, denn die Postentürme hatten Strom zur ehemaligen Beleuchtung des Doppelzaunes. Da wurde nun einfach eine Steckdoese angeklemmt. Interessant in der Nacht vom 31. Juni zum 1. Juli standen 100-te Bürger an der Tankstelle in auf der Brücke zwischen Halle und Halle-Neustadt um das letzte Benzin zu ergattern- das letzte Benzin, welches man noch für DDR- Mark kaufen konnte. Am nächsten Morgen war dann die D-Mark da. Nach Abschluss der Aktion wurde kurzzeitig überlegt, den ganzen Müll in die offene Zisterne zu schieben oder vor Ort in einer der Senken vor den Zysternen mit Erde... Typisch damlige Zeit. Letztendlich siegte doch das neue? Umweltbewusstsein und es wurde auf einer Deponie entsorgt. Die Fahrzeuge mussten nach Entgiftungsaktionen ja auch wieder zuück. Dazu wurden die Scheiben mit schwacher Salzsäure abgewaschen, die Emulsion saß überall, die Fahrzeuge selbst zu reinigen war unmöglich und auch nicht sinnvoll. Die noch vorhandene Volkspolizei fuhr dann durch Halle vorweg, beim Anblick der Fahrzeuge machte aber jeder freiwilig Platz- es sah eindrucksvoll schlimm/ erschreckend aus was da anrollte.
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