Eine Pferdewanderung an der Grenzlinie zwischen den Welten ... Ein Mann - ein Traum - ein Pferd Von der Ostsee entlang der innerdeutschen Grenze bis zur Zugspitze Reinhard Ehrich
Interessengemeinschaft Zeitgeschichte Deutschland 1998 - 2022
Vorwort (IGZD) Am 4. August 1978 bricht ein Mann mit seinem Pferd "Bonjo" zu einer Wanderung mit dem Ziel auf, das Land von Meereshöhe bis zum höchsten Punkt in 4 Etappen zu erwandern. Beide werden die Strecke größtenteils zu Fuß und zu Huf nebeneinander erlaufen, Bonjo meist nur das Gepäck tragend. Die erste Etappe beginnt bei Brodten, nördlich Lübeck-Travemünde an der Ostseeküste und führt über Lübeck bis zum Harz - eine entspannte Reise auf westlicher Seite der innerdeutschen Grenze, die das Land von Nord nach Süd wie ein Band durchzieht und sich daher anbot, erwandert zu werden - zumindest auf westdeutscher Seite. Hier gab es nur vom Bundesgrenzschutz (BGS) aufgestellte rot-weiße und blau-weiße Grenzpfähle und Hinweistafeln inklusive Wanderwegen im idyllischen Zonenrandgebiet der Bundesrepublik. Jenseits der westlichen Grenzmarkierungen, auf dem Territorium der Deutschen Demokratischen Republik (DDR), sieht es hingegen ganz anders aus: Ein Erwandern der Grenze, bewehrt mit vergrabenen Tretminen und Selbstschußanlagen an den Metallgitterzäunen (bis 1984), ist verboten. Zwischen den Zäunen liegt der s.g. „Todesstreifen“. Eine Reise entlang einer Grenze, welche Deutschland nach dem 2. Weltkrieg in zwei deutsche Staaten teilt - die Bundesrepublik und die Deutsche Demokratische Republik. Eine Grenze, die Familien trennt aber auch die beiden Militärbündnisse NATO und Warschauer Vertragsstaaten, bewaffnet bis an die Zähne und sich gegenseitig mit Atomwaffen bedrohend. Entlang einer Grenze, welche auch zwei gegensätzliche Klassensysteme - Kapitalismus und versuchter Sozialismus - trennt und auf DDR-Territorium viele Todesopfer im Bereich der Grenze fordert. Im Gedächtnis geblieben sind vor allem die wunderschöne Natur und viele interessante Begegnungen mit den unterschiedlichsten Menschen zwischen Ostsee und Zugspitze. Und nun übergeben wir das Wort an den Autor …
Start auf dem Steilufer Brodten in Richtung NW. Nach einigen hundert Metern geht es unten am Strand in die entgegengesetzte Richtung
Mit Bonjo auf der Herrenbrücke in Lübeck, welche bei Eröffnung 1964 die größte Klappbrücke Europas war
Blick auf die Grenze bei Lübeck mit installierten Selbstschussanlagen auf der DDR-Seite
Bonjo beim „Stoßdämpfertest“ des ADAC
Einleitung Wenn Sie sich bis hierher durchgeklickt haben, dürften Sie zu der Spezies Mensch gehören, die gern etwas tiefer graben und sich ein Bild von den Rahmenbedingungen meiner Pferdewanderung durch Deutschland machen wollen. Gern will ich Ihrer Neugier Nahrung geben und lade Sie hiermit zu einer Zeitwanderung durch die Entstehungsgeschichte des größten Abenteuers meines Lebens ein - meiner "Bonjowanderung" von der Ostsee bis zur Zugspitze/Alpen in 4 Sommern, wobei das Thema "Grenze" eher ein Nebenprodukt war: 1978: Ostsee/Brodten (nördl. Travemünde) - Harz/Wurmberg, ca. 6 Wochen: 760 km 1981: Harz/Wurmberg - Dreiländereck/Hof, ca. 9 Wochen: 1130 km 1982: Dreiländereck/Hof - Donau (Grenze D/A), ca. 5 Wochen: 760 km 1985: Donau - Alpen/Zugspitze, ca. 4 Wochen: 650 km Gesamt: ca. 3300 km (95% zu Fuß) Ausgewählte, georeferenzierte Fotos unserer Wanderung entlang der innerdeutschen Grenze finden Sie in höherer Auflösung, optimiert zur Ansicht am Desktop-PC, hier.
Lübeck: "Guck mal Bonjo, solchen Mist lesen die Leute!"
Lübeck: Ein letztes Auftanken in der „Zivilisation“
Weitere Impressionen der Reisen …
Schwierige Frage: Benzin oder Diesel? Autobahnraststätte Frankenwald an der A9
Bonjo mit 2 freundlichen Zollgrenzbeamten in Bayern. Die Dienstmütze musste er leider wieder abgeben
Auf einem schmalen, wackeligen Steg. Bonjo ist mutig geworden
Bonjo am Fluß: „Da müssen wir durch? Ich bin doch kein Flusspferd!“
Auf der Autobahn zur Grenze in Richtung DDR. Nichts geht mehr, aber schön ruhig hier!
Über der Autobahn. Idylle sieht anders aus …
Bonjo: „Zwei Bier bitte.“ Wirt: „Malzbier?“ Bonjo: „Natürlich nicht! Ich doch bin ein richtiges Pferd!“
Entlang der Donau in Passau
Da wartet noch immer jemand auf seinen Brief ...
Eine Haltestelle der „Kraftpost“. Wann kommt der Postbus? Welch Leser weiß heute, das die Deutsche Bundespost auch Personen beförderte? >>> Wikipedia
In Mödlareuth mit Einheimischen vor der innerdeutschen Grenze
…. und dann ging es wieder bergab (was für ein Pferd erheblich unangenehmer ist, als bergauf), wo uns bald darauf mein Studienfreund wie gehabt mit Auto + Pferdeanhänger abholte und heil und gesund nach Hause brachte. So hatte sich mein Kindheitstraum nach 30 Jahren doch noch erfüllt: Mit einem Pferd frei durch die Natur zu streifen. Wie wichtig ist es doch, Kindheitsträume zu verwirklichen!
Und als mein treuer Studienfreund wieder da war, wir Bonjo gut im Pferdeanhänger untergebracht und diesem freundlichen Ort (auch so kann Grenze aussehen!) Ade gesagt hatten, ging damit die 3. Etappe glücklich zu Ende. 4. Etappe 1985: Donau (Grenze: D / A) - Zugspitze (ca. 1800 m): ca. 650 km Aber jetzt war erst mal Schluß mit Bonjwanderungen. Unversehens waren wir eine richtige 5-köpfige Familie geworden, die meine volle Aufmerksamkeit und Hingabe erforderte und mir dafür Erfahrungen schenkte, die zur umfassenden Reifung eines Menschenlebens wohl unerläßlich sind und für die ich mein Lebtag lang dankbar sein werde. Erst 1985 war dann der Moment gekommen, dem Gesamtprojekt die Krone aufzusetzen: Das Erreichen der Zugspitze! Wieder brachte mich mein guter alter Studienfreund an den Endpunkt der letzten Etappe - die Grenze zwischen Deutschland und Österreich an der Donau. Und als dieser mit einer Staubwolke auf dem Sandweg am Fluß verschwunden war und mir Bonjo durch heftiges Scharren mit dem linken (dort, wo das Herz sitzt) Vorderhuf nachdrücklich versicherte, daß er gern mit mir unser großes Abenteuer vollenden möchte, hieß es: Auf zur letzten Etappe! Über Passau ging es den Inn aufwärts, dann rechts ab über Berg und Tal ... und nach ca. 4 Wochen kamen wir im Rheintal auf der rückwärtigen Seite der Zugspitze an. Vor uns erhob sich der majestätische Berg und wenn man genau hinsah, konnte man sein verwittertes Auge erkennen, das mit ungläubigem Blick auf die beiden kleinen Wandersleut dort unten zu seinen Füßen heruntersah und wohl sagen wollte: Was wollen die denn hier? Die beiden kleinen Wandersleut aber waren fest entschlossen, ihn zu besteigen so weit es eben ging und damit das gesteckte Ziel "Von 0 m Meeresspiegel auf die höchste Erhebung in Deutschland - die Zugspitze!" zu erreichen. Und so kämpften sie sich Meter für Meter höher, gel. auf holperigen Wegen, auf denen die schroffen Felsen aus dem Boden ragten, oftmals verschnaufend und den Blick über das grandiose Panorama schweifen lassend … Als wir an der Neuen Anger-Hütte/Reintalangerhütte auf 1366 m ankamen, gab es einen kleinen Volksauflauf der Wanderer auf der Terrasse. Der freundliche Wirt, der mir kostenlos [!] einige gute Dinge aus seiner Küche angedeihen ließ, sagte, daß er in all den Jahren hier hoben zwar des Öfteren wohl Maultiere, aber noch nie ein Pferd gesehen habe. Als Bonjo das hörte, zog er seine Schnute noch etwas breiter als normal - er war offensichtlich sehr stolz! Auf etwa 1550 m, wo die Wanderer zwar mit einem großen Schritt eine steile, felsige Stelle des Weges überwinden konnten, mein guter Bonjo sich dabei jedoch eine Knieverletzung holte, war damit für uns hier endgültig Schluß. So machten wir noch ein "Gipfelfoto" ...
... und beendeten dort die 1. Etappe am 6. September nach ca. 760 km Wanderung durch die norddeutsche Tiefebene. Und als mein guter Studienfreund uns wieder mit Auto + Pferdeanhänger auf dem Parkplatz am Wurmberg abgeholt hatte, gab es 2 glückliche Wanderburschen mehr auf der Welt! 2. Etappe 1981: Harz - Dreiländereck: ca. 1130 km Die nächsten 3 Jahre hatte Bonjo wohlverdienten Urlaub. Aber die Idee der Bonjowanderung durch Deutschland ließ mich nicht los. Und so sattelte ich meinen treuen Reisekameraden im August des Jahres 1981 erneut und setzte das große Unterfangen mit der 2. Etappe ab Wurmberg/Harz nach Süden fort.
Bald darauf erreichten Roß & Reiter wohlbehalten den Harz
Weiter ging es auf dem Westufer der Elbe nach Süden und in weitem Bogen nach Helmstedt, wo wir die Autobahn Hannover - Berlin überquerten.
Ein paar Tage später - die Dämmerung hatte gerade eingesetzt - schlug ich mein Zelt ca. 20 m vom Ufer des kleinen Grenzflüßchens Wakenitz auf, band Bonjo mit der 8 m langen Weideleine an einen alleinstehenden Baum mit viel Gras für das Abendmahl drum herum und freute mich auf mein allabendliches Mahl: Ungarische Salami + 1 Fläschchen Bier (meine tägliche Verpflegung bestand aus Frühstück (Müsli mit div. Trockenfrüchten + Milch) und dem hier genannten Abendbrot - kein Mittagessen) ... als mich das Knacken eines Zweiges auf der anderen Seite der Wakenitz aufblicken ließ: Neben einem Weidenbusch stand ein DDR-Grenzsoldat mit einer Kleinbildkamera und machte in schneller Folge einige Aufnahmen von uns. Meine mehr oder weniger freundliche Ansprache blieb ohne Antwort und so unauffällig wie er gekommen war, verschwand er wieder. Das war mein einziger direkter Kontakt mit den DDR-Grenztruppen. Jahre später, nach der Wende, bat ich um Prüfung, ob beim ehem. Ministerium für Sicherheit (MfS) der DDR irgend welche Unterlagen über mich existierten. Daraufhin schickte man mir einige Fotokopien mit div. Fotos ... darunter auch die von der Wakenitz. Und das Erstaunliche: Darunter stand mein voller Name mit der damaligen Adresse in West-Berlin. Ja, das muß man den Jungs lassen - sie haben sehr professionell gearbeitet! Leider haben Sie ihre Fähigkeiten eingesetzt, um ihrer eigenen Bevölkerung die Grundrechte einer modernen Demokratie vorzuenthalten. Mein Nachtlager bestand während dieser ersten Etappe aus 2 aneinandergeknöpften und zwischen 2 Bäumen aufgespannten Ponchos, mit der Schrägseite gegen Wind & Wetter. Das hatte jedoch den Nachteil, daß bei nächtlicher Änderung der Windrichtung der Regen geradewegs auf meine Schlafseite kam. Das wurde dann immer eine recht kurze Nacht ...
Nach der Durchquerung von Lübeck kamen wir bald an die Trennlinie der Welt - die deutsch-deutsche Grenze
Beim allherbstlichen "Stollenreiten", bei dem etwa 10 Bauernjungen ihre besten Renner im Stall schön gestriegelt hatten und mit einer Decke als Sattelersatz geschmückt im wilden Galopp über das Stoppelfeld jagten (manch einer landete stattdessen auf einem nahegelegenen Waldweg, weil der Gaul nun mal mit dem vom Reiter angestrebten Ziel nicht einverstanden war) - bei diesem Volksvergnügen erster Güte also war ein Pferd über die letzten Jahre immer Sieger geblieben: Bento! Und Bento gehörte dem Bauern, dessen Pferde ich täglich auf die Koppel ritt. Der Wunsch, e i n m a l auf Bento ganz nach meinen Vorstellungen, frei und ohne Ziel, durch die Felder und Wiesen zu streifen - ein Wunsch, der mich so manch schlaflose Nacht kostete - dieser Traum ging nie in Erfüllung. Zu gefährlich schien dem guten Mann ein solches Unterfangen des Dreikäsehochs. II - Der 22-jährige Europa-Tramper Und nun bitte anschnallen! Ich lasse unseren Fliegenden Teppich im Überschall durch die Zeit fliegen ... und so landen wir im Jahre 1967: Der junge Studiosus hat seit seinem Schülerleben mit dem "Affen" (Tornister der Soldaten im 1. Weltkrieg), Luftmatratze und Schlafsack Nord-, West-, Südeuropa (Schweden, Irland, Spanien, Marokko, Jugoslawien, Rumänien, Bulgarien, Griechenland) intensiv per Anhalter bereist und dabei Deutschland auf dem kürzesten Wege bis zur nächsten Grenze immer nur aus dem Autofenster gesehen. So erwachte ich eines fortgeschrittenen Morgens (ach ja, diese Studenten ...!) im Frühling jenen Jahres mit dem folgenden Gedanken: Immer bin ich durch mein eigenes Land nur mit einem halben Auge und in technischer Windeseile gesaust ... Es ist doch aber so ausnehmend schön und einladend, daß ich es einmal mit menschlicher Geschwindigkeit und meinen Sinnen gemäß bereisen, sprich: erwandern möchte! Und da es meine Art ist, große Bögen zu spucken, war bald die Idee geboren, Deutschland in Direttissima - von Nord nach Süd - zu durchwandern. Gedacht - getan, ging es an die Vorbereitungen dieses Vorhabens. Bald aber wurde mir klar, daß das Tragen eines ca. 25 kg schweren Rucksacks (inkl. Zelt, Kleidung, Proviant, Kamera) in der Sommersonne über Stock & Stein, bergauf - bergab doch ein recht mühsames Unterfangen werden könnte. Da kam wie aus heiterem Himmel plötzlich die Eingebung über mich: Das mache ich mit einem Pferd, das meine Sachen - und gel. auch mich - trägt und ich führe es! Und so ist es tatsächlich später gewesen: Die gesamte Strecke bin ich zu ca. 90 % nebenher gelaufen und nur in besonderen Fällen (Durchquerung eines Wasserlaufs, hohe Brennesseln o.ä.) saß ich im Sattel. Aber für die nächsten 10 Jahre blieb all dies nur ein Traum: Studienabschluß, berufliche Meander, persönliche Unternehmungen ... III - Der 34-jährige Pferdewanderer Als ich 1977 Verwandten eines Berliner Schulfreunds, die ein Gestüt an der Elbemündung betrieben, eher beiläufig von diesem alten Traum erzählte, meinten diese, es gäbe auf einem Nachbarhof einen passenden Wandergesellen für mich, der für dieses Abenteuer bestens gerüstet ist: Halbblut aus Haflinger (nördliche Rasse, widerstandsfähig, futtermäßig anspruchslos) & Hannoveraner (etwas Feuer im Blut). Und so kam ich zu meinem Bonjo! Die entspr. Ausrüstung (Zaumzeug, Sattel - sehr solide aus dem 2. Weltkrieg mit dem Einbrand "Breslau 1941", Zeltrolle mit Schlafsack, Luftmatratze, Stiefel und 2 Packtaschen links und rechts) war auch bald gefunden und nach einer Probetour durch die Lünbeburger Heide im Sommer gleichen Jahres über ca. 470 km, die mir noch einige Erkenntnisse zu praktischen Fragen brachte, entschied ich mich zum Beginn der großen Wanderung im Sommer 1978. Die Frage, welche Wege ich gehen wollte, war schnell geklärt: Gegenüber der Alternative, mitten durch das Land zu laufen, was mir doch streckenweise recht eintönig erschien, war die Wanderung entlang der Grenzlinie zwischen den zwei großen ideologischen Welten auf deutschem Boden viel interessanter. Da man mir nach Abschluß der Grundschule in dem kleinen Dorf in der DDR trotz guter Noten den Besuch der Oberschule mit der Begründung verwehrte, mein Vater sei West-Berliner und für Kinder von Westbürgern sei eine höhere Schulausbildung in der DDR nicht vorgesehen, war ich 1959 nach West-Berlin übergesiedelt und hatte das Glück, in einem evangelischen Schülerheim aufgenommen zu werden und meine Schulausbildung dort fortzusetzen. So war die Entscheidung, meine Wanderung an der inneren Grenze meines Heimatlandes, deren beide Teile ich durch meine eigene Vita real und bewußt erlebt hatte, auch ein Versuch, die real-existierende politische, ideologische und humanitäre Schizophrenie dieses Landes wahrzunehmen und wie auch immer zu begreifen. Da ich zur selben Zeit das Studium der Fotographie an der Fachhochschule für Gestaltung in Dortmund begonnen und von meinem Vater eine Leica M3 und einen sehr guten Handbelichtungsmesser (Lunasix-3) geerbt hatte, war ich für diese Wanderung fototechnisch bestens ausgerüstet. Allerdings war die simultane Handhabung von Belichtungsmesser + Kamera + Pferd im fotographisch entscheidenden Moment in der Praxis nicht immer ganz leicht ... Als Startpunkt hatte ich den kleinen Ort Brodten an der holsteinischen Ostseeküste etwas nördlich von Travemünde auserkoren, wohin uns ein Studienfreund mit Auto + Pferdeanhänger brachte. Und dann ging es am 4. August los! 1. Etappe 1978: Ostsee - Harz: ca. 760 km
Dann ging es nach Süden unmittelbar an der Grenzlinie entlang, die durch rot-weiße bzw. blau-weiße Kunststoffpfähle mit einer Höhe von ca. 2 m Höhe und im Abstand von jew. ca. 50 m markiert war. Unsere tägliche Strecke betrug ca. 20 - 25 km. Tage mit Dauerregen verbrachte ich im Zelt oder besorgte neuen Proviant in der nächsten Ortschaft. Auf genaue Orientierung hatte ich großen Wert gelegt: Geschummerte Meßtischkarten im Maßstab 1 : 50.000 und der Kompass in der rechten Hosentasche meiner alten Bundeswehrschlosserhose (mit verstärkter Sitzfläche - ideal!) ließen mich immer genau wissen, wo ich mich gerade befand. Eine Vorgabe habe ich auf der gesamten Strecke entlang der DDR-Grenze absolut eingehalten: Unter keinen Umständen darf die Fluchtlinie zwischen den o.g. Grenzpfählen in östlicher Richtung überschritten werden, um Kritik von jedweder Seite auszuschließen. Dieses eherne Gesetz habe ich zu 100 % eingehalten, auch wenn es gel. einen Umweg von mehreren Kilometern bedeutete. In Lauenburg an der Elbe angekommen, ließ ich es mir nicht nehmen, mich an der Stelle ablichten zu lassen, an der ich oft als West-Berliner Schüler beim Trampen (Autostop) in den Ferien nach Berlin zurück gestanden hatte - die Grenzkontrollstelle Lauenburg.
Da die Grenzlinie in den Mittelgebirgen oft Bächen oder kleinen Flüßchen folgt und ich mir zum Ziel gesetzt hatte, immer unmittelbar dieser Linie zu folgen, wurde es eine ausgeprägte Meandertour mit großen Schleifen, die letztlich per Luftlinie nur wenige Kilometer weiter nach Süden betrug, in der Realität aber oft durch schwieriges Gelände führte, das zu ausladenden Umgehungsmanövern zwang. Daraus ergab sich letztendlich die längste Etappe mit ca. 1130 km in rund 9 Wochen bis wir Anfang Oktober am Dreiländereck ankamen und dort wieder abgeholt wurden. 3. Etappe 1982: Dreiländereck - Donau (Grenze: D / A): ca. 760 km Bevor die nächste Etappe in diesem Jahr beginnen konnte, mußte erst noch etwas viel Wichtigeres passieren: Unsere Hochzeit! Es fand sich - Gott sei gedankt! - eine mutige Frau, die von der anderen Seite der Erde angereist war, um ihr Schicksal mit dem meinen zu verbinden. Und es fand sich auch ein ebenso mutiger Standesbeamter, der sich bereit erklärte, uns auf einer Lichtung im Wald zu trauen. Ja, das war ein ebenso ungewöhnliches Abenteuer wie unser ganzes gemeinsames Leben! Aber kaum war der Kaffee in den Tassen auf dem Tisch am Weizenfeld unter strahlendem Sommerhimmel erkaltet, legte ich Bonjo wieder den Sattel auf, klickte die beiden Tragetaschen mit Karabinerhaken an die Ösen des o.g. steinharten Militärsattels und war bald im Waldesdunkel des Fichtelgebirges Richtung Süden entschwunden … Der Unterschied zwischen der hinter mir liegenden martialisch befestigten Grenze der DDR und der der CSSR konnte größer nicht sein: Nach Metallgitterzaun, Todesstreifen, Minenfeldern, Selbstschußanlagen, Wachtürmen, Schäferhundbewachung, Scheinwerfern und weiteren Einrichtungen war die CSSR-Grenze fast nicht als solche zu erkennen; hier und da stand ein etwas angerostetes Schild hinter einem grasbewachsenen, kleinen Graben ... Aber unsere "Grepo" (BGS) hat auch nicht geschlafen. Eines Tages tauchte hinter einem Waldstück wie aus dem Nichts ein Gelände- wagen auf. Offenbar hatte ein aufmerksamer Landmann an der Grenze eine dubiose Gestalt mit Pferd durch die Büsche streifen sehen und es für nötig gehalten, die Staatsgewalt nach dem Motto einzuschalten: "Man weiß ja nie ...". Nach detaillierter Befragung nach dem Woher - Wohin - Warum wich die anfängliche amtliche Strenge aber bald einem interessiert-neugierigen Gespräch mit freund- lichem Begleitton. Ab dann war ich über den BGS-internen Funk offenbar nach Süden hin angekündigt worden, denn immer wieder mal wurde ich mit den Worten begrüßt: "Ach da kommt ja unser Grenzreiter!" und dann mußte ich wieder meine Geschichte erzählen ... So bummelten wir denn ganz den Schönheiten der uns umgebenden Natur hingegeben weiter nach Süden durch das Fichtelgebirge, den Bayerischen Wald, stiegen auf den Großen Arber (1456 m) und kamen eines Tages am Ufer der Donau an, wo ein kleines Hüttchen, ein Schlagbaum und ein Schild "Freistaat Bayern" auf eine eher humorvolle Weise darauf aufmerksam machten, daß hier zwei Länder aneinandergrenzten. Aber was war das für eine ganz andere Grenze!
Nach den wenig erfreulichen Erfahrungen auf der 1. Etappe mit den beiden Ponchos zwischen den Bäumen (s.o.) hatte ich jetzt ein viel komfortableres Nachtquartier: wind- & regengeschützt, schnell auf- & abgebaut, mücken- & mäusesicher, leichtes Gewicht, geringes Volumen im zusammengepackten Zustand und in naturgrüner Tarnfarbe: ein Zelt + Luftmatratze + Schlafsack.
Copyright © by IGZD / R. Ehrich. Alle Rechte vorbehalten
Und ewig lockt die Ferne …
I - Der 11-jährige Cowboy Wenn Sie wissen wollen, wie das alles begann, dann kommen Sie mit auf dem Fliegenden Teppich in das Jahr 1956: Die größte Freude des 11-jährigen Bengels in einem kleinen Dorf am Schwielochsee in der Nähe des Spreewalds ist das abendliche Hinausreiten von 2 Pferden und Fohlen nach der mühevollen Tagesarbeit auf die ca. 2 km entfernt gelegene Koppel, wo sie des Nachts ausgiebig grasen und er sie am nächsten Morgen wieder zurück zum Hof reitet. So ging das tagein - tagaus den lieben, langen Sommer lang ...
Kontakt zum Autor, email:
Interessengemeinschaft Zeitgeschichte Deutschland 1998 - 2022
Eine Pferdewanderung an der Grenzlinie zwischen den Welten ... Ein Mann - ein Traum - ein Pferd Von der Ostsee entlang der innerdeutschen Grenze bis zur Zugspitze Reinhard Ehrich
Vorwort (IGZD) Am 4. August 1978 bricht ein Mann mit seinem Pferd "Bonjo" zu einer Wanderung mit dem Ziel auf, das Land von Meereshöhe bis zum höchsten Punkt in 4 Etappen zu erwan- dern. Beide werden die Strecke größtenteils zu Fuß und zu Huf nebeneinander erlaufen, Bonjo meist nur das Gepäck tragend. Die erste Etappe beginnt bei Brodten, nördlich Lübeck-Travemünde an der Ostseeküste und führt über Lübeck bis zum Harz - eine entspannte Reise auf westlicher Seite der innerdeutschen Grenze, die das Land von Nord nach Süd wie ein Band durchzieht und sich daher anbot, erwandert zu werden - zumindest auf westdeutscher Seite. Hier gab es nur vom Bundesgrenzschutz (BGS) aufgestellte rot-weiße und blau-weiße Grenzpfähle und Hinweistafeln inklusive Wanderwegen im idyllischen Zonenrandgebiet der Bundesrepublik. Jenseits der westlichen Grenzmarkierungen, auf dem Territorium der Deutschen Demokratischen Republik (DDR), sieht es hingegen ganz anders aus: Ein Erwandern der Grenze, bewehrt mit vergrabenen Tretminen und Selbstschußanlagen an den Metallgitterzäunen (bis 1984), ist verboten. Zwischen den Zäunen liegt der s.g. „Todesstreifen“. Eine Reise entlang einer Grenze, welche Deutschland nach dem 2. Weltkrieg in zwei deutsche Staaten teilt - die Bundesrepublik und die Deutsche Demokratische Republik. Eine Grenze, die Familien trennt aber auch die beiden Militärbündnisse NATO und Warschauer Vertragsstaaten, bewaffnet bis an die Zähne und sich gegenseitig mit Atomwaffen bedrohend. Entlang einer Grenze, welche auch zwei gegensätzliche Klassensysteme - Kapitalismus und versuchter Sozialismus - trennt und auf DDR-Territorium viele Todesopfer im Bereich der Grenze fordert. Im Gedächtnis geblieben sind vor allem die wunderschöne Natur und viele interessante Begegnungen mit den unterschiedlichsten Menschen zwischen Ostsee und Zugspitze. Und nun übergeben wir das Wort an den Autor …
Start auf dem Steilufer Brodten in Richtung NW. Nach einigen hundert Metern geht es unten am Strand in die entgegengesetzte Richtung
Mit Bonjo auf der Herrenbrücke in Lübeck, welche bei Eröffnung 1964 die größte Klappbrücke Europas war
Blick auf die Grenze bei Lübeck mit installierten Selbstschussanlagen auf der DDR-Seite
Bonjo beim „Stoßdämpfertest“ des ADAC
Einleitung Wenn Sie sich bis hierher durchgeklickt haben, dürften Sie zu der Spezies Mensch gehören, die gern etwas tiefer graben und sich ein Bild von den Rahmenbedingungen meiner Pferdewanderung durch Deutschland machen wollen. Gern will ich Ihrer Neugier Nahrung geben und lade Sie hiermit zu einer Zeitwanderung durch die Entstehungs- geschichte des größten Abenteuers meines Lebens ein - meiner "Bonjowanderung" von der Ostsee bis zur Zugspitze/Alpen in 4 Sommern, wobei das Thema "Grenze" eher ein Nebenprodukt war: 1978: Ostsee/Brodten (nördl. Travemünde) - Harz/Wurmberg, ca. 6 Wochen: 760 km 1981: Harz/Wurmberg - Dreiländereck/Hof, ca. 9 Wochen: 1130 km 1982: Dreiländereck/ Hof - Donau (Grenze D/A), ca. 5 Wochen: 760 km 1985: Donau - Alpen/Zugspitze, ca. 4 Wochen: 650 km Gesamt: ca. 3300 km (95% zu Fuß)
Lübeck: "Guck mal Bonjo, solchen Mist lesen die Leute!"
Lübeck: Ein letztes Auftanken in der „Zivilisation“
Weitere Impressionen der Reisen …
Schwierige Frage: Benzin oder Diesel? Autobahnraststätte Frankenwald an der A9
Bonjo mit 2 freundlichen Zollgrenzbeamten in Bayern. Die Dienstmütze musste er leider wieder abgeben
Auf einem schmalen, wackeligen Steg. Bonjo ist mutig geworden
Bonjo am Fluß: „Da müssen wir durch? Ich bin doch kein Flusspferd!“
Auf der Autobahn zur Grenze in Richtung DDR. Nichts geht mehr, aber schön ruhig hier!
Über der Autobahn. Idylle sieht anders aus …
Bonjo: „Zwei Bier bitte.“ Wirt: „Malzbier?“ Bonjo: „Natürlich nicht! Ich doch bin ein richtiges Pferd!“
Entlang der Donau in Passau
Da wartet noch immer jemand auf seinen Brief ...
Eine Haltestelle der „Kraftpost“. Wann kommt der Postbus? Welch Leser weiß heute, das die Deutsche Bundespost auch Personen beförderte? >>> Wikipedia
In Mödlareuth mit Einheimischen vor der innerdeutschen Grenze
…. und dann ging es wieder bergab (was für ein Pferd erheblich unangenehmer ist, als bergauf), wo uns bald darauf mein Studienfreund wie gehabt mit Auto + Pferdeanhänger abholte und heil und gesund nach Hause brachte.
Und als mein treuer Studienfreund wieder da war, wir Bonjo gut im Pferdeanhänger untergebracht und diesem freundlichen Ort (auch so kann Grenze aussehen!) Ade gesagt hatten, ging damit die 3. Etappe glücklich zu Ende. 4. Etappe 1985: Donau (Grenze: D / A) - Zugspitze (ca. 1800 m): ca. 650 km Aber jetzt war erst mal Schluß mit Bonjowanderungen. Unversehens waren wir eine richtige 5-köpfige Familie geworden, die meine volle Aufmerksamkeit und Hingabe erforderte und mir dafür Erfahrungen schenkte, die zur umfassenden Reifung eines Menschenlebens wohl unerläßlich sind und für die ich mein Lebtag lang dankbar sein werde. Erst 1985 war dann der Moment gekommen, dem Gesamtprojekt die Krone aufzusetzen: Das Erreichen der Zugspitze! Wieder brachte mich mein guter alter Studienfreund an den Endpunkt der letzten Etappe - die Grenze zwischen Deutschland und Österreich an der Donau. Und als dieser mit einer Staubwolke auf dem Sandweg am Fluß verschwunden war und mir Bonjo durch heftiges Scharren mit dem linken (dort, wo das Herz sitzt) Vorderhuf nachdrücklich versicherte, daß er gern mit mir unser großes Abenteuer vollenden möchte, hieß es: Auf zur letzten Etappe! Über Passau ging es den Inn aufwärts, dann rechts ab über Berg und Tal ... und nach ca. 4 Wochen kamen wir im Rheintal auf der rückwärtigen Seite der Zugspitze an. Vor uns erhob sich der majestätische Berg und wenn man genau hinsah, konnte man sein verwittertes Auge erkennen, das mit ungläubigem Blick auf die beiden kleinen Wanders- leut dort unten zu seinen Füßen heruntersah und wohl sagen wollte: Was wollen die denn hier? Die beiden kleinen Wandersleut aber waren fest entschlossen, ihn zu bestei- gen so weit es eben ging und damit das gesteckte Ziel "Von 0 m Meeresspiegel auf die höchste Erhebung in Deutschland - die Zugspitze!" zu erreichen. Und so kämpften sie sich Meter für Meter höher, gel. auf holperigen Wegen, auf denen die schroffen Felsen aus dem Boden ragten, oftmals verschnaufend und den Blick über das grandiose Panorama s chweifen lassend … Als wir an der Neuen Anger-Hütte/Reintalangerhütte auf 1366 m ankamen, gab es einen kleinen Volksauflauf der Wanderer auf der Terrasse. Der freundliche Wirt, der mir kostenlos [!] einige gute Dinge aus seiner Küche angedeihen ließ, sagte, daß er in all den Jahren hier hoben zwar des Öfteren wohl Maultiere, aber noch nie ein Pferd gesehen habe. Als Bonjo das hörte, zog er seine Schnute noch etwas breiter als normal - er war offensichtlich sehr stolz!
... und beendeten dort die 1. Etappe am 6. September nach ca. 760 km Wanderung durch die norddeutsche Tiefebene. Und als mein guter Studienfreund uns wieder mit Auto + Pferdeanhänger auf dem Parkplatz am Wurmberg abgeholt hatte, gab es 2 glückliche Wanderburschen mehr auf der Welt! 2. Etappe 1981: Harz - Dreiländereck: ca. 1130 km Die nächsten 3 Jahre hatte Bonjo wohlverdienten Urlaub. Aber die Idee der Bonjowanderung durch Deutschland ließ mich nicht los. Und so sattelte ich meinen treuen Reisekameraden im August des Jahres 1981 erneut und setzte das große Unterfangen mit der 2. Etappe ab Wurmberg/Harz nach Süden fort.
Bald darauf erreichten Roß & Reiter wohlbehalten den Harz
Weiter ging es auf dem Westufer der Elbe nach Süden und in weitem Bogen nach Helmstedt, wo wir die Autobahn Hannover - Berlin überquerten.
Ein paar Tage später - die Dämmerung hatte gerade eingesetzt - schlug ich mein Zelt ca. 20 m vom Ufer des kleinen Grenzflüßchens Wakenitz auf, band Bonjo mit der 8 m langen Weideleine an einen alleinstehenden Baum mit viel Gras für das Abendmahl drum herum und freute mich auf mein allabendliches Mahl: Ungarische Salami + 1 Fläschchen Bier (meine tägliche Verpflegung bestand aus Frühstück (Müsli mit div. Trockenfrüchten + Milch) und dem hier genannten Abendbrot - kein Mittagessen) ... als mich das Knacken eines Zweiges auf der anderen Seite der Wakenitz aufblicken ließ: Neben einem Weidenbusch stand ein DDR-Grenzsoldat mit einer Kleinbildkamera und machte in schneller Folge einige Aufnahmen von uns. Meine mehr oder weniger freundliche Ansprache blieb ohne Antwort und so unauffällig wie er gekommen war, verschwand er wieder. Das war mein einziger direkter Kontakt mit den DDR-Grenztruppen. Jahre später, nach der Wende, bat ich um Prüfung, ob beim ehem. Ministerium für Sicherheit (MfS) der DDR irgend welche Unterlagen über mich existierten. Daraufhin schickte man mir einige Fotokopien mit div. Fotos ... darunter auch die von der Wakenitz. Und das Erstaunliche: Darunter stand mein voller Name mit der damaligen Adresse in West-Berlin. Ja, das muß man den Jungs lassen - sie haben sehr professionell gearbeitet! Leider haben Sie ihre Fähigkeiten eingesetzt, um ihrer eigenen Bevölkerung die Grundrechte einer modernen Demokratie vorzuenthalten. Mein Nachtlager bestand während dieser ersten Etappe aus 2 aneinandergeknöpften und zwischen 2 Bäumen aufgespannten Ponchos, mit der Schrägseite gegen Wind & Wetter. Das hatte jedoch den Nachteil, daß bei nächtlicher Änderung der Windrichtung der Regen geradewegs auf meine Schlafseite kam. Das wurde dann immer eine recht kurze Nacht ...
Nach der Durchquerung von Lübeck kamen wir bald an die Trennlinie der Welt - die deutsch-deutsche Grenze
Beim allherbstlichen "Stollenreiten", bei dem etwa 10 Bauernjungen ihre besten Renner im Stall schön gestriegelt hatten und mit einer Decke als Sattelersatz geschmückt im wilden Galopp über das Stoppelfeld jagten (manch einer landete stattdessen auf einem nahegelegenen Waldweg, weil der Gaul nun mal mit dem vom Reiter angestrebten Ziel nicht einverstanden war) - bei diesem Volksvergnügen erster Güte also war ein Pferd über die letzten Jahre immer Sieger geblieben: Bento! Und Bento gehörte dem Bauern, dessen Pferde ich täglich auf die Koppel ritt. Der Wunsch, e i n m a l auf Bento ganz nach meinen Vorstellungen, frei und ohne Ziel, durch die Felder und Wiesen zu streifen - ein Traum, der mich so manch schlaflose Nacht kostete - dieser Traum ging nie in Erfüllung. Zu gefährlich schien dem guten Mann ein solches Unterfangen des Dreikäsehochs. II - Der 22-jährige Europa-Tramper Und nun bitte anschnallen! Ich lasse unseren Fliegenden Teppich im Überschall durch die Zeit fliegen ... und so landen wir im Jahre 1967: Der junge Studiosus hat seit seinem Schülerleben mit dem "Affen" (Tornister der Soldaten im 1. Weltkrieg), Luftmatratze und Schlafsack Nord-, West-, Südeuropa (Schweden, Irland, Spanien, Marokko, Jugoslawien, Rumänien, Bulgarien, Griechenland) intensiv per Anhalter bereist und dabei Deutschland auf dem kürzesten Wege bis zur nächsten Grenze immer nur aus dem Auto- fenster gesehen. So erwachte ich eines fortgeschrittenen Morgens (ach ja, diese Studenten ...!) im Frühling jenen Jahres mit dem folgenden Gedanken: Immer bin ich durch mein eigenes Land nur mit einem halben Auge und in technischer Windeseile gesaust ... Es ist doch aber so ausnehmend schön und einladend, daß ich es einmal mit menschlicher Geschwindigkeit und meinen Sinnen gemäß bereisen, sprich: erwandern möchte! Und da es meine Art ist, große Bögen zu spucken, war bald die Idee geboren, Deutschland in Direttissima - von Nord nach Süd - zu durchwandern. Gedacht - getan, ging es an die Vorbereitungen dieses Vorhabens. Bald aber wurde mir klar, daß das Tragen eines ca. 25 kg schweren Rucksacks (inkl. Zelt, Kleidung, Proviant, Kamera) in der Sommersonne über Stock & Stein, bergauf - bergab doch ein recht mühsames Unterfangen werden könnte. Da kam wie aus heiterem Himmel plötzlich die Eingebung über mich: Das mache ich mit einem Pferd, das meine Sachen - und gel. auch mich - trägt und ich führe es! Und so ist es tatsächlich später gewesen: Die gesamte Strecke bin ich zu ca. 90 % nebenher gelaufen und nur in besonderen Fällen (Durchquerung eines Wasserlaufs, hohe Brennesseln o.ä.) saß ich im Sattel. Aber für die nächsten 10 Jahre blieb all dies nur ein Traum: Studienabschluß, berufliche Meander, persönliche Unternehmungen ... III - Der 34-jährige Pferdewanderer Als ich 1977 Verwandten eines Berliner Schulfreunds, die ein Gestüt an der Elbe- mündung betrieben, eher beiläufig von diesem alten Traum erzählte, meinten diese, es gäbe auf einem Nachbarhof einen passenden Wandergesellen für mich, der für dieses Abenteuer bestens gerüstet ist: Halbblut aus Haflinger (nördliche Rasse, widerstands- fähig, futtermäßig anspruchslos) & Hannoveraner (etwas Feuer im Blut). Und so kam ich zu meinem Bonjo! Die entspr. Ausrüstung (Zaumzeug, Sattel - sehr solide aus dem 2. Weltkrieg mit dem Einbrand "Breslau 1941", Zeltrolle mit Schlafsack, Luftmatratze, Stiefel und 2 Pack- taschen links und rechts) war auch bald gefunden und nach einer Probetour durch die Lünbeburger Heide im Sommer gleichen Jahresüber ca. 470 km, die mir noch einige Erkenntnisse zu praktischen Fragen brachte, entschied ich mich zum Beginn der großen Wanderung im Sommer 1978. Die Frage, welche Wege ich gehen wollte, war schnell geklärt: Gegenüber der Alternative, mitten durch das Land zu laufen, was mir doch streckenweise recht eintönig erschien, war die Wanderung entlang der Grenzlinie zwischen den zwei großen ideolo- gischen Welten auf deutschem Boden viel interessanter. Da man mir nach Abschluß der Grundschule in dem kleinen Dorf in der DDR trotz guter Noten den Besuch der Oberschule mit der Begründung verwehrte, mein Vater sei West-Berliner und für Kinder von Westbürgern sei eine höhere Schulausbildung in der DDR nicht vorgesehen, war ich 1959 nach West-Berlin übergesiedelt und hatte das Glück, in einem evangelischen Schülerheim aufgenommen zu werden und meine Schulausbildung dort fortzusetzen. So war die Entscheidung, meine Wanderung an der inneren Grenze meines Heimat- landes, deren beide Teile ich durch meine eigene Vita real und bewußt erlebt hatte, auch ein Versuch, die real-existierende politische, ideologische und humanitäre Schizophrenie dieses Landes wahrzunehmen und wie auch immer zu begreifen. Da ich zur selben Zeit das Studium der Fotographie an der Fachhochschule für Gestaltung in Dortmund begonnen und von meinem Vater eine Leica M3 und einen sehr guten Handbelichtungsmesser (Lunasix-3) geerbt hatte, war ich für diese Wanderung fototechnisch bestens ausgerüstet. Allerdings war die simultane Handhabung von Belichtungsmesser + Kamera + Pferd im fotographisch entscheidenden Moment in der Praxis nicht immer ganz leicht ... Als Startpunkt hatte ich den kleinen Ort Brodten an der holsteinischen Ostseeküste etwas nördlich von Travemünde auserkoren, wohin uns ein Studienfreund mit Auto + Pferdeanhänger brachte. Und dann ging es am 4. August los! 1. Etappe 1978: Ostsee - Harz: ca. 760 km
Dann ging es nach Süden unmittelbar an der Grenzlinie entlang, die durch rot-weiße bzw. blau-weiße Kunststoffpfähle mit einer Höhe von ca. 2 m Höhe und im Abstand von jew. ca. 50 m markiert war. Unsere tägliche Strecke betrug ca. 20 - 25 km. Tage mit Dauer- regen verbrachte ich im Zelt oder besorgte neuen Proviant in der nächsten Ortschaft. Auf genaue Orientierung hatte ich großen Wert gelegt: Geschummerte Meßtischkarten im Maßstab 1 : 50.000 und der Kompass in der rechten Hosentasche meiner alten Bundes- wehrschlosserhose (mit verstärkter Sitzfläche - ideal!) ließen mich immer genau wissen, wo ich mich gerade befand. Eine Vorgabe habe ich auf der gesamten Strecke entlang der DDR-Grenze absolut eingehalten: Unter keinen Umständen darf die Fluchtlinie zwischen den o.g. Grenzpfählen in östlicher Richtung überschritten werden, um Kritik von jedweder Seite auszuschließen. Dieses eherne Gesetz habe ich zu 100 % eingehalten, auch wenn es gel. einen Umweg von mehreren Kilometern bedeutete. In Lauenburg an der Elbe angekommen, ließ ich es mir nicht nehmen, mich an der Stelle ablichten zu lassen, an der ich oft als West-Berliner Schüler beim Trampen (Autostop) in den Ferien nach Berlin zurück gestanden hatte - die Grenzkontrollstelle Lauenburg.
Da die Grenzlinie in den Mittelgebirgen oft Bächen oder kleinen Flüßchen folgt und ich mir zum Ziel gesetzt hatte, immer unmittelbar dieser Linie zu folgen, wurde es eine ausgeprägte Meandertour mit großen Schleifen, die letztlich per Luftlinie nur wenige Kilometer weiter nach Süden betrug, in der Realität aber oft durch schwieriges Gelände führte, das zu ausladenden Umgehungsmanövern zwang. Daraus ergab sich letztendlich die längste Etappe mit ca. 1130 km in rund 9 Wochen bis wir Anfang Oktober am Dreiländereck ankamen und dort wieder abgeholt wurden. 3. Etappe 1982: Dreiländereck - Donau (Grenze: D / A): ca. 760 km Bevor die nächste Etappe in diesem Jahr beginnen konnte, mußte erst noch etwas viel Wichtigeres passieren: Unsere Hochzeit! Es fand sich - Gott sei gedankt! - eine mutige Frau, die von der anderen Seite der Erde angereist war, um ihr Schicksal mit dem meinen zu verbinden. Und es fand sich auch ein ebenso mutiger Standesbeamter, der sich bereit erklärte, uns auf einer Lichtung im Wald zu trauen. Ja, das war ein ebenso ungewöhnliches Abenteuer wie unser ganzes gemeinsames Leben! Aber kaum war der Kaffee in den Tassen auf dem Tisch am Weizenfeld unter strahlendem Sommerhimmel erkaltet, legte ich Bonjo wieder den Sattel auf, klickte die beiden Tragetaschen mit Karabinerhaken an die Ösen des o.g. steinharten Militärsattels und war bald im Waldesdunkel des Fichtelgebirges Richtung Süden entschwunden … Der Unterschied zwischen der hinter mir liegenden martialisch befestigten Grenze der DDR und der der CSSR konnte größer nicht sein: Nach Metallgitterzaun, Todesstreifen, Minenfeldern, Selbstschußanlagen, Wachtürmen, Schäferhundbewachung, Scheinwerfern und weiteren Einrichtungen war die CSSR-Grenze fast nicht als solche zu erkennen; hier und da stand ein etwas angerostetes Schild hinter einem grasbewachsenen, kleinen Graben ...
Nach den wenig erfreulichen Erfahrungen auf der 1. Etappe mit den beiden Ponchos zwischen den Bäumen (s.o.) hatte ich jetzt ein viel komfortableres Nachtquartier: wind- & regengeschützt, schnell auf- & abgebaut, mücken- & mäusesicher, leichtes Gewicht, geringes Volumen im zusammengepackten Zustand und in naturgrüner Tarnfarbe: ein Zelt + Luftmatratze + Schlafsack.
Copyright © by IGZD / R. Ehrich. Alle Rechte vorbehalten
Auf etwa 1550 m, wo die Wanderer zwar mit einem großen Schritt eine steile, felsige Stelle des Weges überwinden konnten, mein guter Bonjo sich dabei jedoch eine Knieverletzung holte, war damit für uns hier endgültig Schluß. So machten wir noch ein "Gipfelfoto" ...
So hatte sich mein Kindheitstraum nach 30 Jahren doch noch erfüllt: Mit einem Pferd frei durch die Natur zu streifen. Wie wichtig ist es doch, Kindheitsträume zu verwirklichen!
Aber unsere "Grepo" (BGS) hat auch nicht geschlafen. Eines tauchte Tages hinter einem Waldstück wie aus dem Nichts ein Geländewagen auf. Offenbar hatte ein aufmerksamer Landmann an der Grenze eine dubiose Gestalt mit Pferd durch die Büsche streifen sehen und es für nötig gehalten, die Staatsgewalt nach dem Motto einzuschalten: "Man weiß ja nie ...". Nach detaillierter Befragung nach dem Woher - Wohin - Warum wich die anfängliche amtliche Strenge aber bald einem interessiert-neugierigen Gespräch mit freundlichem Begleitton. Ab dann war ich über den BGS-internen Funk offenbar nach Süden hin angekündigt worden, denn immer wieder mal wurde ich mit den Worten begrüßt: "Ach da kommt ja unser Grenzreiter!" und dann mußte ich wieder meine Geschichte erzählen ... So bummelten wir denn ganz den Schönheiten der uns umgebenden Natur hingegeben weiter nach Süden durch das Fichtelgebirge, den Bayerischen Wald, stiegen auf den Großen Arber (1456 m) und kamen eines Tages am Ufer der Donau an, wo ein kleines Hüttchen, ein Schlagbaum und ein Schild "Freistaat Bayern" auf eine eher humorvolle Weise darauf aufmerksam machten, daß hier zwei Länder aneinandergrenzten. Aber was war das für eine ganz andere Grenze!
Ausgewählte, georeferenzierte Fotos unserer Wanderung entlang der innerdeutschen Grenze finden Sie in höherer Auflösung, optimiert zur Ansicht am Desktop-PC, hier. I - Der 11-jährige Cowboy Wenn Sie wissen wollen, wie das alles begann, dann kommen Sie mit auf dem Fliegenden Teppich in das Jahr 1956: Die größte Freude des 11-jährigen Bengels in einem kleinen Dorf am Schwielochsee in der Nähe des Spreewalds ist das abendliche Hinausreiten von 2 Pferden und Fohlen nach der mühevollen Tagesarbeit auf die ca. 2 km entfernt gelegene Koppel, wo sie des Nachts ausgiebig grasen und er sie am nächsten Morgen wieder zurück zum Hof reitet. So ging das tagein - tagaus den lieben, langen Sommer lang ...
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Ewig lockt die Ferne …
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Interessengemeinschaft Zeitgeschichte Deutschland 1998 - 2022
Eine Pferdewanderung an der Grenzlinie zwischen den Welten ... Ein Mann - ein Traum - ein Pferd Von der Ostsee entlang der innerdeutschen Grenze bis zur Zugspitze Reinhard Ehrich
Vorwort (IGZD) Am 4. August 1978 bricht ein Mann mit seinem Pferd "Bonjo" zu einer Wanderung mit dem Ziel auf, das Land von Meereshöhe bis zum höchsten Punkt in 4 Etappen zu erwandern. Beide werden die Strecke größtenteils zu Fuß und zu Huf neben- einander erlaufen, Bonjo meist nur das Gepäck tragend. Die erste Etappe beginnt bei Brodten, nördlich Lübeck-Travemünde an der Ostseeküste und führt über Lübeck bis zum Harz - eine entspannte Reise auf westlicher Seite der innerdeutschen Grenze, die das Land von Nord nach Süd wie ein Band durchzieht und sich daher anbot, erwan- dert zu werden - zumindest auf westdeutscher Seite. Hier gab es nur vom Bundesgrenzschutz (BGS) aufgestellte rot-weiße und blau-weiße Grenzpfähle und Hinweistafeln inklusive Wander- wegen im idyllischen Zonenrandgebiet der Bundesrepublik. Jenseits der westlichen Grenzmarkierungen, auf dem Territorium der Deutschen Demokratischen Republik (DDR), sieht es hingegen ganz anders aus: Ein Erwandern der Grenze, bewehrt mit ver- grabenen Tretminen und Selbstschußanlagen an den Metallgitterzäunen (bis 1984), ist verboten. Zwischen den Zäunen liegt der s.g. „Todesstreifen“. Eine Reise entlang einer Grenze, welche Deutschland nach dem 2. Weltkrieg in zwei deutsche Staaten teilt - die Bundesrepublik und die Deutsche Demokratische Republik. Eine Grenze, die Familien trennt aber auch die beiden Militärbündnisse NATO und Warschauer Vertragsstaaten, bewaffnet bis an die Zähne und sich gegenseitig mit Atomwaffen bedrohend. Entlang einer Grenze, welche auch zwei gegen- sätzliche Klassensysteme - Kapitalismus und versuchter Sozialismus - trennt und auf DDR- Territorium viele Todesopfer im Bereich der Grenze fordert. Im Gedächtnis geblieben sind vor allem die wunderschöne Natur und viele interes- sante Begegnungen mit den unterschiedlichsten Menschen zwischen Ostsee und Zugspitze. Und nun übergeben wir das Wort an den Autor …
Start auf dem Steilufer Brodten in Richtung NW. Nach einigen hundert Metern geht es unten am Strand in die entgegengesetzte Richtung
Mit Bonjo auf der Herrenbrücke in Lübeck, welche bei Eröffnung 1964 die größte Klappbrücke Europas war
Blick auf die Grenze bei Lübeck mit installierten Selbstschussanlagen auf der DDR-Seite
Bonjo beim „Stoßdämpfertest“ des ADAC
Einleitung Wenn Sie sich bis hierher durchgeklickt haben, dürften Sie zu der Spezies Mensch gehören, die gern etwas tiefer graben und sich ein Bild von den Rahmenbedingungen meiner Pferdewan- derung durch Deutschland machen wollen. Gern will ich Ihrer Neugier Nahrung geben und lade Sie hiermit zu einer Zeitwanderung durch die Entstehungsgeschichte des größten Abenteuers meines Lebens ein - meiner "Bonjowanderung" von der Ostsee bis zur Zugspitze/Alpen in 4 Sommern, wobei das Thema "Grenze" eher ein Nebenprodukt war: 1978: Ostsee/Brodten (nördl. Travemünde) - Harz/Wurmberg, ca. 6 Wochen: 760 km 1981: Harz/Wurmberg - Dreiländereck/Hof, ca. 9 Wochen: 1130 km 1982: Dreiländereck/Hof - Donau (Grenze D/A), ca. 5 Wochen: 760 km 1985: Donau - Alpen/Zugspitze, ca. 4 Wochen: 650 km Gesamt: ca. 3300 km (95% zu Fuß)
Lübeck: "Guck mal Bonjo, solchen Mist lesen die Leute!"
Lübeck: Ein letztes Auftanken in der „Zivilisation“
Weitere Impressionen der Reisen …
Schwierige Frage: Benzin oder Diesel? Autobahn- raststätte Frankenwald an der A9
Bonjo mit 2 freundlichen Zollgrenzbeamten in Bayern. Die Dienstmütze musste er leider wieder abgeben
Auf einem schmalen, wackeligen Steg. Bonjo ist mutig geworden
Bonjo am Fluß: „Da müssen wir durch? Ich bin doch kein Flusspferd!“
Auf der Autobahn zur Grenze in Richtung DDR. Nichts geht mehr, aber schön ruhig hier!
Über der Autobahn. Idylle sieht anders aus …
Bonjo: „Zwei Bier bitte.“ Wirt: „Malzbier?“ Bonjo: „Natürlich nicht! Ich doch bin ein richtiges Pferd!“
Entlang der Donau in Passau
Da wartet noch immer jemand auf seinen Brief ...
Eine Haltestelle der „Kraftpost“. Wann kommt der Postbus? Welch Leser weiß heute, das die Deutsche Bundespost auch Personen beförderte? >Wikipedia
In Mödlareuth mit Einheimischen vor der innerdeutschen Grenze
…. und dann ging es wieder bergab (was für ein Pferd erheblich unangenehmer ist, als bergauf), wo uns bald darauf mein Studienfreund wie gehabt mit Auto + Pferdeanhänger abholte und heil und gesund nach Hause brachte. So hatte sich mein Kindheitstraum nach 30 Jahren doch noch erfüllt: Mit einem Pferd frei durch die Natur zu streifen. Wie wichtig ist es doch, Kindheitsträume zu verwirklichen!
Und als mein treuer Studienfreund wieder da war, wir Bonjo gut im Pferdeanhänger untergebracht und diesem freundlichen Ort (auch so kann Grenze aussehen!) Ade gesagt hatten, ging damit die 3. Etappe glücklich zu Ende. 4. Etappe 1985: Donau (Grenze: D / A) - Zugspitze (ca. 1800 m): ca. 650 km Aber jetzt war erst mal Schluß mit Bonjowan- derungen. Unversehens waren wir eine richtige 5-köpfige Familie geworden, die meine volle Aufmerksamkeit und Hingabe erforderte und mir dafür Erfahrungen schenkte, die zur umfassenden Reifung eines Menschenlebens wohl unerläßlich sind und für die ich mein Lebtag lang dankbar sein werde. Erst 1985 war dann der Moment gekommen, dem Gesamtprojekt die Krone aufzusetzen: Das Errei- chen der Zugspitze! Wieder brachte mich mein guter alter Studienfreund an den Endpunkt der letzten Etappe - die Grenze zwischen Deutschland und Österreich an der Donau. Und als dieser mit einer Staubwolke auf dem Sandweg am Fluß verschwunden war und mir Bonjo durch heftiges Scharren mit dem linken (dort, wo das Herz sitzt) Vorderhuf nachdrücklich versicherte, daß er gern mit mir unser großes Abenteuer vollenden möchte, hieß es: Auf zur letzten Etappe! Über Passau ging es den Inn aufwärts, dann rechts ab über Berg und Tal ... und nach ca. 4 Wochen kamen wir im Rheintal auf der rückwärtigen Seite der Zugspitze an. Vor uns erhob sich der majestätische Berg und wenn man genau hinsah, konnte man sein verwittertes Auge erkennen, das mit ungläubigem Blick auf die beiden kleinen Wandersleut dort unten zu seinen Füßen heruntersah und wohl sagen wollte: Was wollen die denn hier? Die beiden kleinen Wandersleut aber waren fest entschlossen, ihn zu besteigen so weit es eben ging und damit das gesteckte Ziel "Von 0 m Meeresspiegel auf die höchste Erhebung in Deutschland - die Zugspitze!" zu erreichen. Und so kämpften sie sich Meter für Meter höher, gel. auf holperigen Wegen, auf denen die schroffen Felsen aus dem Boden ragten, oftmals verschnau- fend und den Blick über das grandiose Panorama schweifen lassend … Als wir an der Neuen Anger-Hütte/Reintalanger- hütte auf 1366 m ankamen, gab es einen kleinen Volksauflauf der Wanderer auf der Terrasse. Der freundliche Wirt, der mir kostenlos [!] einige gute Dinge aus seiner Küche angedeihen ließ, sagte, daß er in all den Jahren hier hoben zwar des Öfteren wohl Maultiere, aber noch nie ein Pferd gesehen habe. Als Bonjo das hörte, zog er seine Schnute noch etwas breiter als normal - er war offensichtlich sehr stolz!
... und beendeten dort die 1. Etappe am 6. September nach ca. 760 km Wanderung durch die norddeutsche Tiefebene. Und als mein guter Studienfreund uns wieder mit Auto + Pferdean- hänger auf dem Parkplatz am Wurmberg abgeholt hatte, gab es 2 glückliche Wanderburschen mehr auf der Welt! 2. Etappe 1981: Harz - Dreiländereck: ca. 1130 km Die nächsten 3 Jahre hatte Bonjo wohlverdienten Urlaub. Aber die Idee der Bonjowanderung durch Deutschland ließ mich nicht los. Und so sattelte ich meinen treuen Reisekameraden im August des Jahres 1981 erneut und setzte das große Unterfangen mit der 2. Etappe ab Wurmberg/ Harz inRichtung Süden fort. Nach den wenig erfreulichen Erfahrungen auf der 1. Etappe mit den beiden Ponchos zwischen den Bäumen (s.o.) hatte ich jetzt ein viel komfortab- leres Nachtquartier: wind- & regengeschützt, schnell auf- & abgebaut, mücken- & mäusesicher, leichtes Gewicht, geringes Volumen im zusammen- gepackten Zustand und in naturgrüner Tarnfarbe: ein Zelt + Luftmatratze + Schlafsack.
Bald darauf erreichten Roß & Reiter wohlbehalten den Harz
Weiter ging es auf dem Westufer der Elbe nach Süden und in weitem Bogen nach Helmstedt, wo wir die Autobahn Hannover - Berlin überquerten.
Ein paar Tage später - die Dämmerung hatte gerade eingesetzt - schlug ich mein Zelt ca. 20 m vom Ufer des kleinen Grenzflüßchens Wakenitz auf, band Bonjo mit der 8 m langen Weideleine an einen alleinstehenden Baum mit viel Gras für das Abend- mahl drum herum und freute mich auf mein allabendliches Mahl: Ungarische Salami + 1 Fläschchen Bier (meine tägliche Verpflegung bestand aus Frühstück (Müsli mit div. Trocken- früchten + Milch) und dem hier genannten Abend- brot - kein Mittagessen) ... als mich das Knacken eines Zweiges auf der anderen Seite der Wakenitz aufblicken ließ: Neben einem Weidenbusch stand ein DDR-Grenzsoldat mit einer Kleinbildkamera und machte in schneller Folge einige Aufnahmen von uns. Meine mehr oder weniger freundliche Ansprache blieb ohne Antwort und so unauffällig wie er gekommen war, verschwand er wieder. Das war mein einziger direkter Kontakt mit den DDR- Grenztruppen. Jahre später, nach der Wende, bat ich um Prüfung, ob beim ehem. Ministerium für Sicherheit (MfS) der DDR irgend welche Unterlagen über mich existierten. Daraufhin schickte man mir einige Fotokopien mit div. Fotos ... darunter auch die von der Wakenitz. Und das Erstaunliche: Darunter stand mein voller Name mit der damaligen Adresse in West-Berlin. Ja, das muß man den Jungs lassen - sie haben sehr professionell gearbeitet! Leider haben Sie ihre Fähigkeiten eingesetzt, um ihrer eigenen Bevölkerung die Grundrechte einer modernen Demokratie vorzuenthalten. Mein Nachtlager bestand während dieser ersten Etappe aus 2 aneinandergeknöpften und zwischen 2 Bäumen aufgespannten Ponchos, mit der Schrägseite gegen Wind & Wetter. Das hatte jedoch den Nachteil, daß bei nächtlicher Änderung der Windrichtung der Regen geradewegs auf meine Schlafseite kam. Das wurde dann immer eine recht kurze Nacht ...
Nach der Durchquerung von Lübeck kamen wir bald an die Trennlinie der Welt - die deutsch-deutsche Grenze
Beim allherbstlichen "Stollenreiten", bei dem etwa 10 Bauernjungen ihre besten Renner im Stall schön gestriegelt hatten und mit einer Decke als Sattelersatz geschmückt im wilden Galopp über das Stoppelfeld jagten (manch einer landete statt- dessen auf einem nahegelegenen Waldweg, weil der Gaul nun mal mit dem vom Reiter angestreb- ten Ziel nicht einverstanden war) - bei diesem Volksvergnügen erster Güte also war ein Pferd über die letzten Jahre immer Sieger geblieben: Bento! Und Bento gehörte dem Bauern, dessen Pferde ich täglich auf die Koppel ritt. Der Wunsch, e i n m a l auf Bento ganz nach meinen Vorstel- lungen, frei und ohne Ziel, durch die Felder und Wiesen zu streifen - ein Traum, der mich so manch schlaflose Nacht kostete - dieser Traum ging nie in Erfüllung. Zu gefährlich schien dem guten Mann ein solches Unterfangen des Dreikäsehochs. II - Der 22-jährige Europa-Tramper Und nun bitte anschnallen! Ich lasse unseren Fliegenden Teppich im Überschall durch die Zeit fliegen ... und so landen wir im Jahre 1967: Der junge Studiosus hat seit seinem Schülerleben mit dem "Affen" (Tornister der Soldaten im 1. Welt- krieg), Luftmatratze und Schlafsack Nord-, West-, Südeuropa (Schweden, Irland, Spanien, Marokko, Jugoslawien, Rumänien, Bulgarien, Griechenland) intensiv per Anhalter bereist und dabei Deutschland auf dem kürzesten Wege bis zur nächsten Grenze immer nur aus dem Autofenster gesehen. So erwachte ich eines fortgeschrittenen Morgens (ach ja, diese Studenten ...!) im Frühling jenen Jahres mit dem folgenden Gedanken: Immer bin ich durch mein eigenes Land nur mit einem halben Auge und in technischer Windeseile gesaust ... Es ist doch aber so ausnehmend schön und einladend, daß ich es einmal mit menschlicher Geschwindigkeit und meinen Sinnen gemäß bereisen, sprich: erwandern möchte! Und da es meine Art ist, große Bögen zu spucken, war bald die Idee geboren, Deutschland in Direttissima - von Nord nach Süd - zu durch- wandern. Gedacht - getan, ging es an die Vorbe- reitungen dieses Vorhabens. Bald aber wurde mir klar, daß das Tragen eines ca. 25 kg schweren Rucksacks (inkl. Zelt, Kleidung, Proviant, Kamera) in der Sommersonne über Stock & Stein, bergauf - bergab doch ein recht mühsames Unterfangen werden könnte. Da kam wie aus heiterem Himmel plötzlich die Eingebung über mich: Das mache ich mit einem Pferd, das meine Sachen - und gel. auch mich - trägt und ich führe es! Und so ist es tat- sächlich später gewesen: Die gesamte Strecke bin ich zu ca. 90 % nebenher gelaufen und nur in besonderen Fällen (Durchquerung eines Wasser- laufs, hohe Brennesseln o.ä.) saß ich im Sattel. Aber für die nächsten 10 Jahre blieb all dies nur ein Traum: Studienabschluß, berufliche Meander, persönliche Unternehmungen ... III - Der 34-jährige Pferdewanderer Als ich 1977 Verwandten eines Berliner Schul- freunds, die ein Gestüt an der Elbemündung betrieben, eher beiläufig von diesem alten Traum erzählte, meinten diese, es gäbe auf einem Nachbarhof einen passenden Wandergesellen für mich, der für dieses Abenteuer bestens gerüstet ist: Halbblut aus Haflinger (nördliche Rasse, wider- standsfähig, futtermäßig anspruchslos) & Hannoveraner (etwas Feuer im Blut). Und so kam ich zu meinem Bonjo! Die entspr. Ausrüstung (Zaumzeug, Sattel - sehr solide aus dem 2. Weltkrieg mit dem Einbrand "Breslau 1941", Zeltrolle mit Schlafsack, Luft- matratze, Stiefel und 2 Packtaschen links und rechts) war auch bald gefunden und nach einer Probetour durch die Lünbeburger Heide im Sommer gleichen Jahres über ca. 470 km, die mir noch einige Erkenntnisse zu praktischen Fragen brachte, entschied ich mich zum Beginn der großen Wanderung im Sommer 1978. Die Frage, welche Wege ich gehen wollte, war schnell geklärt: Gegenüber der Alternative, mitten durch das Land zu laufen, was mir doch strecken- weise recht eintönig erschien, war die Wanderung entlang der Grenzlinie zwischen den zwei großen ideologischen Welten viel interessanter. Da man mir nach Abschluß der Grundschule in dem kleinen Dorf in der DDR trotz guter Noten den Besuch der Oberschule mit derBegründung verwehrte, mein Vater sei West-Berliner und für Kinder von West- bürgern sei eine höhere Schulausbildung in der DDR nicht vorgesehen, war ich 1959 nach West- Berlin übergesiedelt und hatte das Glück, in einem evangelischen Schülerheim aufgenommen zu werden und meine Schulausbildung fortzusetzen. So war die Entscheidung, meine Wanderung an der inneren Grenze meines Heimatlandes, deren beide Teile ich durch meine eigene Vita real und bewußt erlebt hatte, auch ein Versuch, die real- existierende politische, ideologische und humani- täre Schizophrenie dieses Landes wahrzunehmen und wie auch immer zu begreifen. Da ich zur selben Zeit ein 2. Studium der Foto- graphie an der Fachhochschule für Gestaltung in Dortmund begonnen und von meinem Vater eine Leica M3 und einen sehr guten Handbelichtungs- messer (Lunasix-3) geerbt hatte, war ich für diese Wanderung fototechnisch bestens ausgerüstet. Allerdings war die simultane Handhabung von Belichtungsmesser + Kamera + Pferd im fotographisch entscheidenden Moment in der Praxis nicht immer ganz leicht ... Als Startpunkt hatte ich den kleinen Ort Brodten an der holsteinischen Ostseeküste etwas nördlich von Travemünde auserkoren, wohin uns ein Studienfreund mit Auto + Pferdeanhänger brachte. Und dann ging es am 4. August los! 1. Etappe 1978: Ostsee - Harz: ca. 760 km
Dann ging es nach Süden unmittelbar an der Grenzlinie entlang, die durch rot-weiße bzw. blau- weiße Kunststoffpfähle mit einer Höhe von ca. 2 m Höhe und im Abstand von jew. ca. 50 m markiert war. Unsere tägliche Strecke betrug ca. 20 - 25 km. Tage mit Dauerregen verbrachte ich im Zelt oder besorgte neuen Proviant in der nächsten Ortschaft. Auf genaue Orientierung hatte ich großen Wert gelegt: Geschummerte Meßtischkarten im Maßstab 1 : 50.000 und der Kompass in der rechten Hosentasche meiner alten Bundeswehrschlosserhose (mit verstärkter Sitzfläche - ideal!) ließen mich immer genau wissen, wo ich mich gerade befand. Eine Vorgabe habe ich auf der gesamten Strecke entlang der DDR-Grenze absolut eingehalten: Unter keinen Umständen darf die Fluchtlinie zwischen den o.g. Grenzpfählen in östlicher Richtung überschritten werden, um Kritik von jedweder Seite auszu- schließen. Dieses eherne Gesetz habe ich zu 100 % eingehalten, auch wenn es gel. einen Umweg von mehreren Kilometern bedeutete. In Lauenburg an der Elbe angekommen, ließ ich es mir nicht nehmen, mich an der Stelle ablichten zu lassen, an der ich oft als West-Berliner Schüler beim Trampen (Autostop) in den Ferien nach Berlin zurück gestanden hatte - die Grenzkontroll- stelle Lauenburg.
Da die Grenzlinie in den Mittelgebirgen oft Bächen oder kleinen Flüßchen folgt und ich mir zum Ziel gesetzt hatte, immer unmittelbar dieser Linie zu folgen, wurde es eine ausgeprägte Meandertour mit großen Schleifen, die letztlich per Luftlinie nur wenige Kilometer weiter nach Süden betrug, in der Realität aber oft durch schwieriges Gelände führte, das zu ausladenden Umgehungsmanövern zwang. Daraus ergab sich letztendlich die längste Etappe mit ca. 1130 km in rund 9 Wochen bis wir Anfang Oktober am Dreiländereck ankamen und dort wieder abgeholt wurden. 3. Etappe 1982: Dreiländereck - Donau (Grenze: D / A): ca. 760 km Bevor die nächste Etappe in diesem Jahr beginnen konnte, mußte erst noch etwas viel Wichtigeres passieren: Unsere Hochzeit! Es fand sich - Gott sei gedankt! - eine mutige Frau, die von der anderen Seite der Erde angereist war, um ihr Schicksal mit dem meinen zu verbinden. Und es fand sich auch ein ebenso mutiger Standesbeamter, der sich bereit erklärte, uns auf einer Lichtung im Wald zu trauen. Ja, das war ein ebenso ungewöhnliches Abenteuer wie unser ganzes gemeinsames Leben! Aber kaum war der Kaffee in den Tassen auf dem Tisch am Weizenfeld unter strahlendem Sommer- himmel erkaltet, legte ich Bonjo wieder den Sattel auf, klickte die beiden Tragetaschen mit Karabiner- haken an die Ösen des o.g. steinharten Militär- sattels und war bald im Waldesdunkel des Fichtel- gebirges Richtung Süpden entschwunden … Der Unterschied zwischen der hinter mir liegenden martialisch befestigten Grenze der DDR und der der CSSR konnte größer nicht sein: Nach Metall- gitterzaun, Todesstreifen, Minenfeldern, Selbstschußanlagen, Wachtürmen, Schäferhund- bewachung, Scheinwerfern und weiteren Einrichtungen war die CSSR-Grenze fast nicht als solche zu erkennen; hier und da stand ein etwas angerostetes Schild hinter einem grasbe- wachsenen, kleinen Graben ...
Copyright © by IGZD / R. Ehrich. Alle Rechte vorbehalten
Auf etwa 1550 m, wo die Wanderer zwar mit einem großen Schritt eine steile, felsige Stelle des Weges überwinden konnten, mein guter Bonjo sich dabei jedoch eine Knieverletzung holte, war damit für uns hier endgültig Schluß. So machten wir noch ein "Gipfelfoto" ...
Aber unsere "Grepo" (BGS) hat auch nicht geschla- fen. Eines Tages tauchte hinter einem Waldstück wie aus dem Nichts ein Geländewagen auf. Offenbar hatte ein aufmerksamer Landmann an der Grenze eine dubiose Gestalt mit Pferd durch die Büsche streifen sehen und es für nötig gehalten, die Staatsgewalt nach dem Motto einzu- schalten: "Man weiß ja nie ...". Nach detaillierter Befragung nach dem Woher - Wohin - Warum wich die anfängliche amtliche Strenge aber bald einem interessiert-neugierigen Gespräch mit freundlichem Begleitton. Ab dann war ich über den BGS-internen Funk offenbar nach Süden hin angekündigt worden, denn immer wieder mal wurde ich mit den Worten begrüßt: "Ach da kommt ja unser Grenzreiter!" und dann mußte ich wieder meine Geschichte erzählen ... So bummelten wir denn ganz den Schönheiten der uns umgebenden Natur hingegeben weiter nach Süden durch das Fichtelgebirge, den Bayerischen Wald, stiegen auf den Großen Arber (1456 m) und kamen eines Tages am Ufer der Donau an, wo ein kleines Hüttchen, ein Schlagbaum und ein Schild "Freistaat Bayern" auf eine eher humorvolle Weise darauf aufmerksam machten, daß hier zwei Länder aneinander- grenzten. Aber was war das für eine ganz andere Grenze!
Ausgewählte, georeferenzierte Fotos unserer Wanderung entlang der innerdeutschen Grenze finden Sie in höherer Auflösung, optimiert zur Ansicht am Desktop-PC, hier. I - Der 11-jährige Cowboy Wenn Sie wissen wollen, wie das alles begann, dann kommen Sie mit auf dem Fliegenden Teppich in das Jahr 1956: Die größte Freude des 11-jährigen Bengels in einem kleinen Dorf am Schwielochsee in der Nähe des Spreewalds ist das abendliche Hinausreiten von 2 Pferden und Fohlen nach der mühevollen Tagesarbeit auf die ca. 2 km entfernt gelegene Koppel, wo sie des Nachts ausgiebig grasen und er sie am nächsten Morgen wieder zurück zum Hof reitet. So ging das tagein - tagaus den lieben, langen Sommer lang ...
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Und eweig lockt die Ferne …
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